10 Jahre… Wenn Dir St. Pauli auf den Heiligengeistfeld

Vor 10 Jahren erschien die St. Emmi Platte „Weiß: Der Himmel“.
Zum Jubiläum gibt es hier nach und nach alle Lieder des Albums!

6. Wenn Dir St. Pauli auf den Heiligengeistfeld

Lieber Leser dieser Zeilen, Du magst es glauben oder nicht, aber als ich mir den Titel für dieses Lied ausgedacht habe, kannte ich das fast gleichnamige Lied der Band „Die Sterne“ nicht! Kurios.
Musikalisch ist es dann auch nicht sehr verwandt, daher am Schlagzeug wieder Rockrakete Martin Boeters (ich erinnere mich an die Diskussion zu der einen Schlagzeugstelle: „Genau wie bei Nirvana?“ „Ja, genau wie bei Nirvana!“ „Aber das kann man doch nicht machen?“ „Doch!“).
Es gibt noch mehr Zitate, bzw. zitierte Zitate. Da ist zum Beispiel die Martinshorngitarre, die in „Everybody’s happy nowadays“ übergeht, und das nur wegen der 7″ der Boxhamsters; und da ist der zweimalige Verweis auf die Pet Shop Boys, und das nur wegen der 7″ von grafzahl. Und Flanger auf dem Schlagzeugbreak – das schreit natürlich nach Led Zeppelin.
Das Lied handelt natürlich vom Kiez. So lustig das Wohnen da gelegentlich auch war, herrschte doch ab und an ein gewisser Ausgeh- und Feierdruck, den ich nicht immer lustig fand.

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Das sind vorwurfsvolle Worte auf dem Band vom Telefon
„Wo bis Du gestern gewesen“ in unfreundlichem Ton
eine Antwort ist gefragt – ist ja gut, ich komme schon

Doch die Frage bleibt und ist
ob man selbst zufrieden ist
in seinem Leben

Es geht nicht nur um die Pflicht und die Kür zum B. B. King
Nie war mir ganz klar (Selten war mir klar), warum soviel daran hing
Und es nach einer langen Weile immer wieder darum ging

Bei uns im Blaulichtviertel
lieber einen nehmen
als zu geben

Und die Jungs vom Tiergeschäft
wissen immer alles vorher
glauben sie

(Rock)

Doch die Frage bleibt und ist
ob Du selbst zufrieden bist
in Deinem Leben

Die Frage bleibt und ist
ob Du irgendwas vermisst
in Deinem Leben
in Deinem Leben
in Deinem Leben

ob Du selbst zufrieden bist
(in Deinem Leben)
in Deinem Leben
in Deinem Leben
mit Deinem Leben

10 Jahre… Unentschieden

Vor 10 Jahren erschien die St. Emmi Platte „Weiß: Der Himmel“.
Zum Jubiläum gibt es hier nach und nach alle Lieder des Albums!

5. Unentschieden

Es zieht sich durch mein Leben, dass sich Menschen in meinem Umfeld (Freunde, Geschwister, Schulkameraden, Mitmusiker, Arbeitskollegen,…) mehr für Fußball interessieren als ich. Und so fand ich es eine lustige Idee, wenn gerade ich einen Liedtext um eine Fußballmetapher herum aufbaue und das Lied dann so gar nicht nach Fußball klingt.  Am Ende waren mir die Fußballmetaphern dann irgendwie doch ein wenig egal, aber ein paar sind noch geblieben. Eine Ballade darüber, dass man sich nicht immer von den Pflichten antreiben lassen muss, sondern lieber das Leben genießen; über Träume, die man Träumen und leben sollte, und, um den Kitsch perfekt zu machen, natürlich über die Liebe.

Am Schlagzeug wieder Matthias Kreit, am Cello Jakob Stäblein, das Klavier durfte ich dank Jan Röschmann im Theater in Neumünster aufnehmen, und das Gitarrensolo im letzten Refrain klingt nur so geil dank des alten schwarz-orangen Roland-Verstärkers von Thees Uhlmann. Danke alle!

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„Ich bin groß, ich bin klein
Luft ist still, Herz ist rein
Nur ein Traum
Querfeldein
Ich kann atmen

Alles laut, Traum geklaut
Luft ist weg, Herz ist raus
Geradeaus
Quer fällt aus
Ich muss laufen

Denn bald ist es drei zu null
Es wird Zeit, die Zeit zu teilen – Uuuhuhuuuhuhuuu
Das große Ziel nur verschwommen
Hinterm Licht will es verweilen – Uuuhuhuuuuuuuu

Uuuuhuuuuuuuuhuuuuuuhuhuuuuuuuhuhu

Der frühe Vogel, der mich wurmt
Es wird spät in diesen Zeiten – Uuuhuhuuuhuhuuu
Doch in dem Fenster, das uns bleibt
Soll die Sonne uns begleiten – Uuuhuhuuuuuuuuu

Der Morgen graut, blau die Wolken
Weiß der Himmel, sie wird strahlen – Uhuhuhuhu….
Denn längst ist es zwei zu null
Du bist hier und ich kann atmen – uuuhuhuuuu“

10 Jahre… Krieg der Welten

Vor 10 Jahren erschien die St. Emmi Platte „Weiß: Der Himmel“.
Zum Jubiläum gibt es hier nach und nach alle Lieder des Albums!

4. Krieg der Welten (KdW)

Das Lied sammelt etwas unsortiert Gedanken dazu, wie man in einer immer kälter, egoistischer, digitaler, optimierter, mehr-Schein-als-sein werdenden Welt zurecht kommen soll. Hätte ich damals gewusst, dass das Thema heute noch viel aktueller ist…
Und davon, dass „Unglück mehr berührt als Glück“. Natürlich sollten wir uns weder von dem einen noch von dem anderen unterkriegen lassen!

Der Rhythmus am Anfang und die Synthesizer-Melodie kommen aus der wundervollen Yamaha PSS-6 Soundmachine. Hörbare Inspiration von den großen Grandaddy, deren Thema ja auch oft Mensch vs. Technik ist. Das gute Schlagzeugspiel kommt vom werten Herrn Schneider, der auch bei grafzahl trommelt – von denen ich wiederum zwei Textstellen zitiert habe.

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„Warum aufstehen, wenn man genausogut auch sitzenbleiben kann
Vom Glauben längst versetzt
Dreiunddreißig, Fünfundvierzig ist noch lange hin
Die Plattenspieler drehn und drehn und drehn
Alles Plastik, alles ist gewichts- und datenreduziert
kein Wunder, dass man friert

Ein Stern dort oben – spendet süßes Licht
die Nacht verschoben – doch manchmal frag ich mich
ob Unglück mehr berührt als Glück

Viel zu lernen, niemand sagt, es wäre immer leicht
in der Demokratie zu zweit
Ganz Besonders bei Problemen mit der eigenen inneren Sicherheit
Alles peinlich, alles qualitäts- und inhaltsreduziert
kein Wunder, dass man schnell den Kopf verliert

Ein Stern dort oben – leuchtet nur für Dich
die Angst verschoben – doch manchmal glaube ich
dass Unglück mehr berührt als Glück

Warum immer nur die Wirkung optimieren
Du kannst keine Einzigartigkeit kopieren
Warum sind die Dinge immer anders als man denkt?

Ein Stern dort oben… – Nein, ich seh ihn nicht.
Zu Staub zerstoben… – Schade eigentlich
dass Unglück mehr berührt als Glück“

Zu gewinnen gibt es dieses Mal passend zum Text ein Vinyl-Paket. Einfach bis Ende Mai auf Soundcloud oder Facebook den entsprechenden Beitrag teilen oder kommentieren, der Gewinner wird ausgelost!

10 Jahre… Meine Idee von diesem Abend

Vor 10 Jahren erschien die St. Emmi Platte „Weiß: Der Himmel“.
Zum Jubiläum gibt es hier nach und nach alle Lieder des Albums!

3. Meine Idee von diesem Abend

„Meine Idee von diesem Abend war nicht so, wie dieser Abend letztlich lief“ – gleich die erste Zeile des Lieds beschreibt den Kern des Textes. Ein Wiedersehen – nur leider sind wir nicht die einzigen, und so bleibt von dem Wiedersehen fast nichts übrig, weil der Rahmen nicht passt. Schauplatz und für gute Abende ansonsten ein sehr passender Rahmen war draußen vor der Meanie-Bar über dem Molotow, als es noch am Spielbudenplatz war.
Musikalisch gut an dem Lied fand ich zum Einen die zu langen Zeilen, die aber schrecklich zu singen waren, immer fehlte Luft. Zum Anderen das zu langsame Tempo, ein ewiger Diskussionspunkt zwischen mir und meinen Mitmusikern, daher haben wir es später für Konzerte auch umarrangiert. Auf dieser Aufnahme war der Mitmusiker wieder Mal lässig Matthias Kreit, der heute u. a. bei der Time And Space Society Schlagzeug spielt. Wir haben es schneller eingespielt, als es zu hören ist… und die Aufnahme später langsamer abgespielt. Moderne Technik!

Angedeutet zitiert wurde dieses Mal der große Stephan Remmler.

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„Meine Idee von diesem Abend war nicht so wie dieser Abend letztlich lief.
Ich hatte es mir ausgemalt: Wir hätten so schön reden können, aber irgendwas ging schief.
Wir hatten uns lang nicht gesehen, das war schade, das zu ändern war mein Ziel.
Statt dessen standen wir jetzt hier vor dieser Kneipe wo man immer ist, wenn man sich treffen will.

Ein neuer Tag ein neues Glück. Die neuen Zeiten sind zurück im Herzen, wo sie hingehören.
Ein neuer Tag ein neues Leben, doch ein feiner Schmerz bleibt kleben, will die Herzensruh zerstören.

Meine Idee von diesem Abend war nicht so, wie dieser Abend letztlich war.
Zwar hatte sie mit Dir und mir und Bier zu tun, und ich muss zugeben, das alles war auch da.
Wir waren da wo man sich trifft, nur leider wollt’ ich mich nicht treffen, sondern Dich.
Vielleicht war es kein schlechter Abend, doch war er an diesem Abend nicht das Richtige für mich.

Meine Idee von diesem Abend. Meine Idee von diesem Abend.“

10 Jahre… Von Dingen und Menschen

Vor 10 Jahren erschien die St. Emmi Platte „Weiß: Der Himmel“.
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2. Von Dingen und Menschen

„Elektrisches Klavier“ kann Verschiedenes heißen. Zum Beispiel ein Musikinstrument, dass mit 88 Tasten und Hammermechanik, aber elektronischer Klangerzeugung ein echtes Klavier zu simulieren versucht, um Platz zu sparen, es nicht stimmen zu müssen und mit Kopfhörern spielen zu können, um die Nerven der Nachbarn oder Mitbewohner zu schonen. Nicht zu verwechseln mit dem so genannten E-Piano wie z. B. einem Fender Rhodes oder Wurlitzer, bei denen der Ton zwar ursächlich mechanisch erzeugt wird, aber ähnlich wie bei einer E-Gitarre elektrisch verstärkt werden muss und dann erst richtig geil klingt.
In genau diesen Klang hatte ich mich zu der Zeit verliebt, als ich gerade dieses Lied schrieb, und daher ist er hier zu hören. Das andere, ein akustisches simulierendes elektrisches Klavier, hatte ich mir ein paar Jahre zuvor gekauft, weil ich mir vorgenommen hatte, wieder mehr Klavier zu spielen, um später festzustellen, dass so ein Ding ein ganz schöner Staubfänger ist, wenn man sich das Spielen nur vornimmt. Das führte mich zu der Textzeile „Kennst Du die Dinge, die man öfter putzt als benutzt“, die wohl Ursprung des Liedtextes war.
Ein Zitat gibt es auch im Lied, allerdings musste ich feststellen, dass sich niemand an das Original erinnert, so dass es ein ziemlich sinnloses Zitat ist! Naja.
Am Schlagzeug sitzt lässig Matthias Kreit, derzeit u. a. Schlagzeuger bei Friedberg. Im Chor zu hören ist die wunderbare Gitta.

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„Jeden Tag ein bisschen fluchen, jeden Tag zu viel
Jeden Tag ein bisschen suchen, jeden Tag zu spät
Du denkst, Du kannst es gar nicht anders machen
Du kannst gar nicht anders sein
Kennst Du die Dinge, die man öfter putzt als benutzt
Ich glaub, Du kannst es gar nicht anders machen
Du willst gar nicht anders sein
Kennst du die Dinge, die man öfter pflegt als bewegt
Jeden Tag ein bisschen sterben, jeden Tag zu viel
Jeden Tag feg ich die Scherben, jeden Tag zu spät
Ich glaub, ich muss es irgendwie anders machen
Nein, nein, nein! So will ich nicht mehr sein
Kennst du die Menschen, die man öfter kränkt als beschenkt
All das passiert vermutlich öfter als man denkt“